Dienstag, 25. Juli 2017

Rezension "Einzig" von Kathryn Evans - FISCHER KJB


Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (24. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
übersetzt von: Sabine Reinhardus
ISBN-10: 3733502973
ISBN-13: 978-3733502973
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
D: 12,99 Euro





Inhalt:


Stell dir vor, dein Leben dauert nur 365 Tage.
Danach übernimmt jemand anderes dein Leben: deine Clique, deinen Freund – alles, von dem du meinst, dass es einzig und allein dir gehört …
Die sechzehnjährige Teva scheint ein vollkommen normales Mädchen zu sein. Nicht einmal ihr beste Freundin Maddy oder ihr Freund Ollie ahnen, dass sie nicht ist, was sie vorgibt zu sein. Dass Teva sie anlügt, an jedem einzelnen Tag. Dass sie nur eine von vielen ist. Zu Hause warten ein Dutzend jüngere Versionen von ihr, für immer und ewig acht, neun oder zehn Jahre alt. Weggesperrt, nachdem sie 365 Tage lang so getan haben, als würden sie ein ganz normales Leben leben.

Teva ist nicht bereit, ihre Freiheit und ihre Freunde aufzugeben, doch ihre Zeit läuft langsam ab. Nummer Siebzehn wartet nur darauf, endlich an die Reihe zu kommen. Tee beschließt, dass es ein Ende haben muss. Sie wird kämpfen, koste es, was es wolle …
… Eine einzigartige Mischung aus Thriller und Sci-Fi – und ein Pageturner ab der ersten Seite!
Quelle: Fischer KJB




Die Autorin


Kathryn begann ihre Karriere am Theater, hörte jedoch dort auf, um eine Familie zu gründen. Sie ist außerdem Eigentümerin einer richtigen Obstfarm.. Ihre Kreativität lebt sie beim Schreiben aus. Ansonsten liebt sie Tanzen und Fechten, und ist finanzwirtschaftliche Koordinatorin für die »Society of Children's Book Writers and Illustrators«. Sie lebt auf ihrer Farm in Sussex.

Literaturpreise:

›Einzig‹:
- Gewinner beim Edinburgh Book Festival 2016

Kathryn Evans gewann den SCBWI (Society of Children´s Books Writers & Illustrators) Crystal Kite Award in Großbritannien und Irland.
Quelle: Fischer KJB



Rezension:


Der Traum vom ewigen Leben, für immer jung bleiben – für Teva harte Realität – ein Alptraum – ihre Zukunft.

Jeden Tag wird sie mit ihren vergangenen Leben und der Aussicht auf die eigene Zukunft konfrontiert. Es sind ihre jüngeren „Ich´s“, die sie täglich vor Augen hat. Keine Erinnerungen oder Fotos, nein, reale lebendige Tevas in allen Altersstufen. Für jedes Lebensjahr eine Teva und natürlich Eva, mit der alles begann. Nur zwei Tevas fehlen, doch ihre Mutter hält auch dieses Geheimnis tief in sich verborgen. Sie versucht ihr Kind, ihre Kinder zu beschützen und doch übersieht sie die Anzeichen des Sturms, der sich zusammenbraut.

Was wird sein, wenn sie eines Tages nicht mehr für die Mädchen da sein kann? Eva wird immer eine Dreijährige bleiben und alle anderen sind ebenfalls in ihrem jeweiligen Alter gefangen.

Fiktion oder der Ausblick auf die Möglichkeiten der Wissenschaft in der Zukunft?

Teva ist 16. Sie möchte sich entfalten, ihren Weg finden und ihre Träume verwirklichen. Dabei bleibt ihr nur die kurze Zeitspanne von einem Jahr, nur 365 Tage, für die Umsetzung. Danach wird sie für immer im Körper einer 16jährigen feststecken und hinter den Mauern ihres Zuhauses gefangen sein. Denn in der Öffentlichkeit darf es nur eine Teva geben. Viel zu gefährlich wäre es, zu versuchen, das Phänomen der Familie, Außenstehenden zu erklären.




Können die jüngeren Tevas noch Freundinnen sein, wirken teilweise sogar wie Zwillinge, entfernen sie sich mit zunehmendem Alter immer weiter voneinander. Sie werden Konkurrentinnen in einem Leben, das sie sich teilen und eines Tages abgeben müssen. Sie müssen zusehen, wie eine Doppelgängerin mit der besten Freundin Spaß hat, mit der ersten großen Liebe beginnt eigene Erinnerungen zu schaffen und niemand bemerkt etwas.

Zwischen der fünfzehnjährigen und der sechzehnjährigen Teva scheint aber ein gewaltiger Wesenssprung erfolgt zu sein. Beide kämpfen um ihren eigenen Platz im Leben. Sie gleichen sich und doch werdet ihr beim Lesen große Unterschiede feststellen. Sind wir mit fünfzehn so anders, als mit sechzehn? Ehrlich, ich kann mich nicht wirklich daran erinnern. Doch es lohnt, einmal darüber nachzudenken und dadurch vielleicht auch die eigenen Kinder besser zu verstehen.

Hoffnungen, Träume und Wünsche, wie sie alle Teenager haben. Ziele, die es zu erreichen gilt. Stellt euch vor, ihr würdet alles für dieses eine Ziel geben und ein anderer bekäme dafür die Belohnung. Ihr wäret nur noch zum Zuschauer aus weiter Ferne verdammt. Das Leben geht weiter, doch ihr dürft nur noch als Zaungast agieren. Eure Welt schrumpft auf die Quadratmeter eures Hauses zusammen.

Teva beginnt zu kämpfen – für sich, für ihr Leben, aber auf für Fünfzehn und die anderen Tevas. Doch dafür muss sie ein Geheimnis lüften, das ihre Weltsicht erschüttern wird.

Dieser Kampf fordert viel Kraft,  physisch sowie auch psychisch.

„Einzig“ ist überraschend, fesselnd und anders als die üblichen Jugendthriller. Kathryn Evans verliert sich nicht in Klischees und konnte eine neue Idee perfekt umsetzen. Wer sich auf diese einlässt, sich treiben lässt und nicht alles kleinlich hinterfragt, den erwarten spannende gefühlsgeladene Lesestunden.

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